Neue Tuberkulose-Mittel in Sicht

Posted by theblogartist at April 28, 2013

Category: Krankheit

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Delamanid und Bedaquilin: Diese Namen sollte man sich im Zusammenhang mit Tuberkulose (Tb) merken. Denn die beiden Tb-Therapeutika stehen relativ kurz vor der Zulassung in Europa, wie heute auf einer Veranstaltung des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) in Berlin deutlich wurde. Es sind die ersten neu entwickelten Arzneistoffe zur Behandlung von Infektionen mit Mycobacterium tuberculosis seit 50 Jahren. Bedaquilin, das in den USA seit Dezember 2012 zugelassen ist, darf in Deutschland bereits in Härtefällen eingesetzt werden.

Darüber hinaus könnte mit Moxifloxacin in absehbarer Zukunft ein weiterer Arzneistoff die Therapieoptionen bei Tuberkulose erweitern. Das Breitspektrum-Antibiotikum ist bereits seit 1999 unter anderem zur Behandlung ambulant erworbener Pneumonien als Avalox® auf dem Markt. Als Tuberkulose-Therapeutikum befindet sich der Wirkstoff momentan in Phase III der klinischen Prüfung. «Wenn die jetzt laufenden Studien die erhofften positiven Ergebnisse liefern, könnte Ende 2014 die Zulassungserweiterung gegen Tuberkulose erfolgen», sagte David Greely von der Tb Alliance. Diese Organisation bringt als nicht kommerzielle Produktentwicklungspartnerschaft Regierungen und private Geldgeber, Forschungsinstitute und Pharmaunternehmen zusammen, um die Entwicklung und den Zugang zu neuen Tuberkulose-Medikamenten zu beschleunigen.

Greely zufolge sind vor allem die Entwicklung neuer Medikamente gegen resistente Tuberkulose-Erreger, die Bereitstellung von Tb-Therapeutika in pädiatrischen Dosierungen und die Verkürzung der sehr langwierigen Therapie vorrangige Ziele des weltweiten Kampfes gegen die Tuberkulose. Momentan müssen Patienten selbst bei einer Infektion mit nicht resistenten Erregern sechs Monate lang behandelt werden. «Da die Symptome sehr schnell verschwinden, die Nebenwirkungen wie Übelkeit und möglicherweise Nierentoxizität aber andauern, ist den Patienten die Notwendigkeit der fortgesetzten Behandlung oft nur schwierig zu vermitteln», sagte Dr. Siegfried Throm vom VFA. Eine Zweit- oder gar Drittlinientherapie gegen zweifach- oder multiresistente Keime dauert in der Regel sogar zwei Jahre oder länger. Mithilfe der neuen Medikamente könnte sich die Therapiedauer auf vier oder sogar zwei Monate verkürzen.

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