Gartenweg anlegen & pflastern – 4 Vorschläge & Hinweise

Posted by theblogartist at Februar 24, 2013

Category: Garten

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Wer einen Garten hat, möchte ihn auch betreten. Deshalb sind die Gartenwege ein wichtiges Gestaltungselement bei der Anlage oder Umgestaltung eines Gartens. Es gibt viele Möglichkeiten, Gartenwege anzulegen, sehr perfekt wirkende und solche, die sich nahtlos in den “Naturraum Garten” einfügen.

a) Professioneller Gartenweg – so geht’s
Ein vom Baumeister angelegter Gartenweg bekommt ein Betonfundament, wird mit bestimmten, frostgeeigneten Pflastersteinen belegt und mit einer stabilen seitlichen Begrenzung versehen. Das macht eine Menge Arbeit und bedarf einer guten Vorbereitung:

1. Die Steine werden auf Paletten geliefert und brauchen nicht wenig Stellplatz, zuerst werden dann die Randsteine in einem Graben in ein Magerbeton-Fundament gesetzt, genau im richtigen Abstand, damit die Pflastersteine später genau dazwischenpassen. Ihr müsst auch genau berechnen, wie viel die Randsteine später herausragen sollen, der Graben muss in entsprechender Tiefe ausgehoben werden.

  1. Damit diese Tiefe/Höhe auch so bleibt, müsst Ihr den Untergrund gut verdichten, bevor Ihr die Betonmischung hineingebt. Dann werden die Randsteine mit “Zirkel und Lineal” eingesetzt: Ihr nehmt dazu eine Richtschnur und prüft immer wieder auch mit der Wasserwaage, ob der Rand in einer sauberen Flucht und lotgerecht sitzt, wenn Ihr die Randsteine Stück für Stück einsetzt und mit dem Gummihammer auf die richtige Höhe bringt.
  2. Anschließend kommt noch ein Fundament hinter die Randsteine, um sie von hinten zu stützen und die ganze Pflasterfläche davor zu bewahren, dass sie sich verschiebt. Dann muss das eigentliche Wegbett ausgehoben werden und ein Unterbau (mit dem richtigen Gefälle) in mehreren Schichten (Trag- und Frostschutzschicht, Ausgleichsschicht, Pflaster oder Natursteine) so eingebracht werden, dass das Pflaster später genau die geplante Höhe erreicht.
  3. Dazu müsst Ihr seitlich Holzpflöcke mit Richtschnur setzten, die Euch während der Arbeit immer anzeigen, ob Ihr Euch auf der richtigen Höhe befindet. In verschiedenen Phasen der Arbeit wird dieser Aufbau mit einem Flächenrüttler verdichtet, das letzte Mal, wenn die Fugen gefüllt wurden. Das ist dann ein Weg, der sehr gradlinig ist und sehr ordentlich wirkt.

b) Natur-Gartenweg mit Mulch anlegen
Natürlicher wirkt ein Gartenweg aus Rindenmulch, der auch weniger aufwändig herzustellen ist. Er kommt vollkommen ohne Beton aus, wenn winterliche Fröste einmal Beulen verursachen sollten, werden diese im Frühjahr einfach glattgeharkt.

    1. Für einen solchen Gartenweg zeichnet Ihr zunächst mit einer Schnur und mit Holzstäbchen seinen geplanten Verlauf auf dem Grundstück nach, in einer Breite, die auch die Randsteine enthält.
    2. Anschließend stecht Ihr den Wegrand entlang der Schnur mit einem Spaten ab, im späteren Weg wird der Boden etwa 10 cm tief abgetragen. Wenn die Erde bei Euch von unterschiedlicher Festigkeit ist, solltet Ihr beim Graden entstehende Mulden mit Kies ausfüllen. Auch Reste von Wurzeln oder größere Steine sollten entfernt werden.
    3. Das Wegbett sollte eine ebene Oberfläche aufweisen, die Ihr nun mit einer Walze verdichtet. An den beiden Wegseiten müsst Ihr anschließend einen Graben für die Randsteine ausheben, etwas breiter als der Randstein sollte er sein und so tief, dass die Randsteine in gewünschter Höhe rausgucken.

 

  1. Die Randsteine werden dann in den Graben verlegt, geformte Randsteine genau in einer Linie, Natursteine so, dass ihre Mitte jeweils in der Flucht liegt. Alle Zwischenräume werden mit Sand gefüllt, den Ihr gut festklopfen solltet. Die Randsteine sollten sich außen an den verbliebenen Mutterboden anlehnen.
  2. Wenn Ihr einen lehmigen Boden habt, solltet Ihr anschließend eine Lage Kies als Drainage einbringen. Dann kommt der Rindenmulch auf den Weg, etwas höher als der Rand. Er wird anschließend mit einer Walze verdichtet, die ihn auf ein Niveau etwas unter den Randsteinen bringen sollte.

Fertig ist der Gartenweg, Ihr werdet den Rindenmulch allerdings ungefähr jedes dritte Jahr erneuern müssen!

c) Einen Gartenweg erneuern – Macht das Sinn?
Freunde von uns hatten es mit der Schwierigkeit zu tun, dass es auf ihrem gerade gekauften Grundstück zwar einen Gartenweg gab, der ihnen aber eigentlich viel zu gerade und ordentlich angelegt war. Üblicherweise wird in einem solchen Fall der alte Weg völlig beseitigt und dann mit dem in Punkt 1 beschriebenen Aufwand ein neuer Weg angelegt, der nun einige Biegungen aufweist.

Meine Freunde zögerten, nicht nur wegen der unerwünschten Arbeit, auf die sie überhaupt keine Lust hatten. Sie waren auch der Meinung, dass es schade wäre, einen alten Gartenweg nur deshalb zu beseitigen, weil er ihnen zu gerade ist. Er hat ja immerhin schon lange gehalten, das spricht für Qualität bei der Herstellung, und er ist nach wie vor gut zu belaufen. Durch sein Alter hat er auch einen ganz besonderen Reiz, er weist einfach schon ein paar kleine Unvollkommenheiten auf, die ihn sehr natürlich wirken lassen. Auf jeden Fall sehr viel natürlicher als ein mit viel Aufwand neu angelegter Weg, auch wenn der dann wunschgemäß nicht mehr vollkommen gerade werden würde.

Sie haben sich zu einem anderen Vorgehen entschlossen: Sie werden erst einmal einen genauen Gartenplan zeichnen. Dann werden sie mit dem Gartenplan eine Umgestaltung des Gartens planen, die mit gezielt eingesetzten Elementen wie Feldsteinen, Blumenkübeln oder Rosenbögen das grade Wegmuster etwas auflockert, ohne viel an der gegebenen Struktur zu verändern.

d) Ein “wilder” Gartenweg
Eine andere Freundin hat gerade ein Grundstück übernommen, auf dem es überhaupt keinen Gartenweg gab. “Da wirst Du aber einigen Aufwand betreiben müssen!” meinten ihre Eltern, die gerade ihren Garten ganz neu angelegt hatten und viel Sorgfalt auf den richtigen Unterbau ihres Gartenweges verwandt hatten. Dieser Meinung wollte sich meine Freundin nicht anschließen, sie wollte überhaupt keinen sonderlich befestigten Gartenweg.

Sie hatte auch das Glück, dass das gesamte Grundstück mit einem ehemaligen Rasen (jetzt einer Wiese) bewachsen war, unter dem sich ein weitgehend ebener und sehr fester Boden befand. Sie hat sich ihren Gartenweg einfach mit dem Rasenmäher angelegt, sauber am Rand entlang der Areale, die früher einmal Beete waren und nun wieder Beete werden sollten. Dann in einem langen Bogen durch die Länge der Fläche und zurück, sodass die Fläche der Länge nach fast in drei Teile geteilt wurde, so kann sie ihrer Wiese überall näher kommen. Ungefähr alle zwei Wochen mäht sie ihren “Gartenweg” nach, das dauert nicht länger als einige Minuten.

Adresse der Quelle:

www.heimwerkertipps.net/