Archive for Mai, 2016

Posted by theblogartist at Mai 18, 2016

Category: Kinder

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Neuerdings ist Engagement angesagt: „Mama, ich kann Dir helfen“, bot mir meine Tochter an, als ich die letzte Milchtüte im Einkaufsbeutel verstaut hatte. „Ich bringe den Wagen zurück!“ Begeistert stimmte ich zu. „Klar, gerne, das ist aber nett!“ flötete ich laut. Sollten ruhig alle im Supermarkt mitbekommen, welch aufmerksame Tochter ich doch habe. Sie konnte gerade so über den Griff sehen, bugsierte den Wagen trotzdem unfallfrei zurück zum Sammelplatz.

Nach einer Weile kam sie wieder, wir machten uns auf den Heimweg. Nach gut hundert Metern fiel mir auf, dass etwas fehlte: die Euro-Münze, die im Einkaufswagen steckte. „Mist!“, rief ich. „Wir müssen zurück. Wir haben den Euro vergessen!“ Meine Tochter zeigte mir ihr Mickey-Maus-Gesicht und trippelte von einem Fuß auf den anderen. Da dämmerte es mir: „Hast Du ihn vielleicht?“ Sie nickte und sprang fröhlich summend weiter. „Der gehört jetzt mir!“ Ich zeigte mein Dagobert-Duck-Gesicht und schüttelte betont langsam den Kopf. „Aber Mama!“, protestierte sie. Doch Dagobert blieb Dagobert.

„Na gut“, sagte sie nach einer Weile, „ich könnte ihn doch der Frau mit den Zeitungen geben.“ Sie sprach von der obdachlosen Straßenzeitungsverkäuferin, die vor dem Supermarkt stand. Ich hatte einen anderen Vorschlag: „Gib mir doch den Euro und der Verkäuferin dein Taschengeld. Du hast doch dein Portemonnaie dabei. Wie wäre das?“ Ich hatte den Satz noch nicht zu Ende gesprochen, da schrie sie los: „NEIN! Dann habe ich ja kein Geld mehr!“

Seit Anfang des Jahres bekommt meine Tochter Taschengeld. Sie ist fünf Jahre alt und fällt damit bereits in die Altersgruppe, die an das Finanzwesen herangeführt werden kann. Nach Empfehlung des Jugendamtes sollten Vier- und Fünfjährige einmal die Woche 50 Cent erhalten.

Immer samstags bekommt sie nun also eine Münze. Noch lieber nimmt sie drei oder sogar fünf kleinere Münzen, denn das sieht nach mehr aus, logisch.

Sie verstaut das Geld sofort in ihrem neuen Stolz: einem Portemonnaie, auf dem das dicke Schaf aus der Serie „Shaun das Schaf“ thront.

Das ist nicht nur Schmuckelement, sondern Programm. In ihren Geldbeutel passt dreimal soviel Geld wie in meinen. Ein paar ausgemusterte EC-Karten von meinem Mann und mir hat sie auch einsortiert, aber die ignoriert sie meistens. Bezahlt wird bar. Verdient auch. Wo immer sie kann, versucht sie Münzen zu zocken oder sich auf ehrliche Art zu verdienen. Meistens findet sie auf den abgelegensten Wegen noch ein oder zwei Cent. Ausgegeben wird eher wenig. Schließlich spart sie auf eine neue Puppe. Und wenn sie die gekauft habe, wolle sie ja noch Geld in ihrem Schaf haben, also brauche sie mehr und immer mehr. Sagt sie.

Es war faszinierend: Seit sie sich mit echten Münzen beschäftigte, gab es weniger Stress an den Quengelzonen dieser Erde. Ich musste nur darauf verweisen, dass sie ihr Portemonnaie ja dabei habe. Schon war Schluss. Wenn wir auf dem Weg zur Kita waren, gab es keine Sit-ins mehr, um zu verdeutlichen, dass ich den Tag mit ihr und nicht mit meiner Arbeit verbringen solle. Denn Arbeit bringt ja Geld.

In den letzten Wochen ist immer wieder die Rede davon, dass das gesamte Bargeld auch in Deutschland abgeschafft werden soll. Den 500-Euro-Schein hat die EZB ja bereits entsorgt.

Aber unsere Kinder werden das nie mitmachen. Sie spekulieren lieber auf die harte Währung statt mit virtuellen Bits und Coins.

Zu Recht. Wie sollen sie auch sonst lernen, mit Geld umzugehen, und dass dieser Umgang soziale Folgen haben kann, wenn sie nur auf einen Screen touchen können? Und, ganz ehrlich, als Mutter möchte ich Bargeld auch nicht missen. Ich würde sonst ohne Maß und Disziplin munter meine Bankkarten einsetzen. Das käme den Kindern auch nicht zu gute.

Zur Internetseite:

http://www.nido.de/artikel/

Posted by theblogartist at Mai 17, 2016

Category: Pharmazie

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Auch über 90-Jährige mit einem Schlaganfall profitieren noch von Lyse und Thrombektomie.

BERLIN. Je höher das Alter bei einem Schlaganfall, umso schlechter sind die Chancen, den Insult überhaupt zu überleben und die Klinik in einem guten körperlichen Zustand zu verlassen. Weniger selbstverständlich ist, dass eine intensive Schlaganfalltherapie auch bei Hochbetagten noch hervorragend funktioniert. Die Effektstärken sind tendenziell sogar noch größer als bei jüngeren Patienten. Darauf hat Professor Gerhard Hamann vom Bezirkskrankenhaus in Günzburg hingewiesen.

Der Neurologe erläuterte dies auf der Arbeitstagung Neurologische Intensivmedizin (ANIM) in Berlin anhand einer Reihe aktueller Studien. So sterben nach einer Analyse von über einer halben Million Schlaganfällen im US-amerikanischen Get-with-the-Guidelines-Programm rund drei Prozent der Patienten im Alter von weniger als 50 Jahren in der Klinik. Bei den 70- bis 79-Jährigen sind es etwas mehr als fünf Prozent und bei den über 90-Jährigen sind es bereits mehr als zehn Prozent.

Nur 20 Prozent der Hochbetagten kommen nach dem Schlaganfall wieder ins häusliche Umfeld, die übrigen, sofern sie überleben, benötigen professionelle Pflege. Bei den unter 50-Jährigen können zwei Drittel nach dem Klinikaufenthalt wieder nach Hause, bei den 60- bis 70-Jährigen sind es noch 56 Prozent. Das liegt auch daran, dass über die Hälfte der hochbetagten Patienten schon vor dem Schlaganfall gravierende körperliche Einschränkungen und einen mRS-Wert von 2 oder mehr hatte.

Allerdings ist das Ergebnis bei sehr alten Menschen noch weitaus dramatischer, wenn sie keine optimale Therapie bekommen. So erreichten in einer Studie nur 21 Prozent der Patienten im Alter von über 80 Jahren ohne Lyse einen mRS-Wert von 0-2, mit Lyse waren es 33 Prozent – ein relativer Unterschied von über 60 Prozent. Bei den unter 80-Jährigen blieben 44 Prozent ohne und 56 Prozent mit Lyse ohne größere funktionelle Einschränkungen, der relative Unterschied liegt hier nur bei 27 Prozent.

Erstmals erschienen auf:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/schlaganfall/article/910878